Seit Anfang des Jahres beschäftigt sich die Mode- und Raumgestaltungsbranche mit den Trendfarben des Jahres 2016, Rose Quartz und Serenity, und mag damit schon für die eine oder andere Ehekrise gesorgt haben. Absolut unberechtigt, wie Recherchen ergaben…

Während im tiefsten Winter Pastelltöne zum Träumen von den ersten Knospen einladen, leuchten nun im Frühling vielerorts die Blüten in zartem Rosa. Kein Wunder also, dass wir dieser Farbe weibliche Attribute wie Zartheit, Reinheit oder auch Neubeginn zuschreiben. Und um Neubeginn geht es in gewisser Weise auch beim Renovieren: angestachelt von der Blütenpracht entwickeln viele Frauen einen Hyperaktivismus, wenn es um die Raumgestaltung geht. Dass Rose Quartz als Color of the Year 2016 vor allem bei männlichen Familienmitgliedern als neue Wohnzimmerfarbe nicht ganz oben auf der Wunschliste steht, mag wohl an einem gängigen Klischee liegen: Rosa gilt als eine typische Mädchenfarbe und hellblau als eine Jungenfarbe.

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Ein Traum – Tretford-Fliesen im zarten Rosé

Um zu zeigen, dass das nicht immer so war, braucht man gar nicht so weit in die Vergangenheit zu schauen. Auch wenn Sie jetzt glauben, Sie säßen einem Aprilscherz auf, war Rosa bis in die 1920er Jahre eine typische Jungenfarbe!

Rot war bis Ende des 19. Jahrhunderts eine beliebte Farbe für Soldatenuniformen, da der Farbton symbolisch für Kraft, Aktivität und Aggressivität steht.[1] Daher galt Rosa – quasi als das „kleines Rot“ – lange Zeit als Jungenfarbe. Mädchen hingegen wurden vorzugsweise in Hellblau gekleidet, da Blau in der christlichen Tradition die Farbe der Jungfrau Maria war.

Ob Sie, liebe Herren, sich von diesem Argument überzeugen lassen und Ihre Zustimmung zu einem Zimmer in Rose Quartz geben? Eher nein? Dann überraschen Sie Ihre Liebste mit einer frühlingshaften Fototapete!

Interior 8-PART MURAL

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[1] Vgl. Eva Heller, Wie Farben wirken, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2004