Wie so viele Stories heutzutage, begann alles ganz unverhofft mit einer WhatsApp-Nachricht. „Ich darf zum Probearbeiten!“, las ich am Donnerstagmittag. „Cool, ich drück dir die Daumen! :)“, schrieb ich zurück. Nichts ahnend wurde ich damit in Ereignisse verstrickt, die mich zu einer Retterin von Jobs und Böden werden lassen sollten.

Ein guter Freund von mir hatte sich auf meinen Tipp hin in einem kleinen Café beworben. Da er noch nie in der Gastronomie gearbeitet hat, fragte er, ob ich an seinem ersten Arbeitstag kommen kann. „Ich geb’ dir auch ne heiße Schokolade aus“, lockte er mich. Damit war es abgemacht. Ich würde am Samstag zur moralischen Unterstützung vorbeikommen.

Mir war die Ausschreibung für den Studenten-Job aufgefallen, weil es dort morgens immer himmlisch gut nach Kaffee duftet und der Laden – stilecht ausgestattet mit „kaffeebraunem“ Parkett – zum Verweilen einlädt. Der wunderschöne dunkle Parkettboden aus schwarzer Eiche spielt in dieser Geschichte eine Hauptrolle.

Als ich am Samstag das Café betrat, strahlte mir nicht nur der Parkett-Boden entgegen, sondern auch mein Kumpel. Da war die Nervosität wohl umsonst gewesen! Ja, es war viel zu tun, aber er verstand sich gut mit der Chefin und bis jetzt hatte er noch keinen Gast bekleckert oder das Falsche serviert. Dem Job sollte also nichts mehr im Wege stehen. Ich nahm Platz und bekam wie versprochen meinen Kakao. Mmmh, lecker!

Als sich seine Schicht dem Ende neigte und die letzten Gäste das Café verließen, ging’s ans Aufräumen. Damit es schneller ging, packte ich ein bisschen mit an und unterhielt mich nebenbei mit der Chefin. Als sie noch ein paar Kisten in den Keller brachte, sah ich, wie mein Kumpel mit einem Eimer Wasser, einer großen Flasche Scheuermilch und einem Wischmop anrückte. „Muss er hier auch die Klos putzen?“, wunderte ich mich. Als er sich mitten im Raum positionierte und die Scheuermilch großzügig in den Eimer goss, war ich noch verwirrter. „Er wird doch wohl nicht…“ Doch es dämmerte mir, was er tatsächlich vorhatte! „Oh nein, das schöne Parkett!“, dachte ich plötzlich panisch. Ich rannte zu ihm rüber und hielt den Wassereimer in letzter Sekunde fest, bevor er den Inhalt über den Boden verschütten konnte.

2015-10-19 Cafe2

„Bist du wahnsinnig?“, flüsterte ich mit gedämpfter Stimme. „Was ist denn?“, wunderte er sich. „Regel Nummer 1 in Bodenpflege“, erklärte ich ihm aufgebracht, „Holzböden putzt man nie nass, höchstens nebelfeucht! Regel Nummer 2: man nimmt keine Scheuermilch, sondern Parkettpflegemittel!!!“ „Hä?“, kam seine Reaktion. „Ich erklär’s dir später. Vertrau’ mir, du willst so nicht das Parkett abschrubben“, sagte ich, „Bring das einfach wieder weg!“ Mein Kumpel guckte skeptisch, aber befolgte meinen Rat.

Als die Chefin wieder zu uns stieß, führten die beiden ein Gespräch über den Probetag. Mein Kumpel hatte den Job! Puh, zum Glück hatte sie von der Putzaktion nichts mitbekommen. Kurz darauf machten wir uns auf den Weg und ich erklärte ihm, was durch seinen Übermut mit dem Boden hätte passieren können. „Der Boden hätte also so richtig versaut sein können?“, fragte er schockiert nach. „Ja, und dann wär’s das nicht nur für den Boden, sondern wohl auch mit deinem Job gewesen“, antwortete ich. „Wow, ich glaube, du hast echt meinen Job rettet“, bedankte er sich und fügte hinzu, „Du bist ja eine richtige Heldin des Alltags!“ „Haha, ja“, lachte ich. „Das ist mein Ding. Ich rette Jobs… und Böden!“

bml

 

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