Letztens war ich bei einer Konferenz in Paris, die in einem Hotel stattfand. Das Innere eines Hotels zu entdecken, ist für mich immer sehr spannend. Mal fällt mir ein Kunstwerk auf, mal eine besondere Lampe, mal eine schöne Tapete. Diesmal war es der Boden. Dass ich die Gelegenheit erhalten würde, diesen aus allernächster Nähe zu betrachten, hätte ich am Morgen der Konferenz allerdings noch nicht gedacht.

Beim Mittagessen hatte ich gerade die Bekanntschaft einer netten Französin gemacht. Als wir gemeinsam überlegten, welchen Vortrag wir uns als nächstes anhören könnten, fiel mir auf, dass ihr ein Ohrring zu fehlen schien. Nachdem ich sie darauf hinwies, stellte sich tatsächlich heraus, dass sie am Morgen noch zwei gehabt hatte. Da wir noch 30 Minuten Zeit bis zum nächsten Vortrag hatten, bot ich ihr an, gemeinsam zu suchen.

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Auf dem Weg zum ersten Konferenzraum erzählte sie mir, dass sie die Ohrringe von ihrem Vater zum 18. Geburtstag bekommen hatte. Also garantiert kein billiger Modeschmuck. Im ersten Raum wurden wir leider nicht fündig. Wir fanden nur einen leeren Raum vor. Schnell ging es zum nächsten. Schnurstracks steuerte sie auf den Platz zu, den sie am Morgen noch besetzt hatte.

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Wir legten unsere Sachen ab und krochen unter einen Tisch, um nach dem Ohrring zu suchen. “Ah!”, stieß es nach ein paar Sekunden aus mir heraus. Der Boden, auf dem ich gerade herumkroch, kam mir bekannt vor. Einen Moment später erkannte ich, dass es ein Boden der Hometrend-Kollektion Hotel war. Und zwar einer meiner Lieblingsböden. Der Teppichboden Harz TR in Bordeaux. “Hast du ihn gefunden?”, fragte sie mich aufgeregt. “Äh, nein. Ich habe nur den Boden bewundert”, antwortete ich und suchte weiter.

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Im nächsten Augenblick sah ich aus dem Augenwinkel etwas silbern aufblitzen. ”Oh, warte. Da drüben!”, rief ich ihr zu und zeigte mit dem Finger darauf. Schon war sie in Bewegung. So schnell habe ich in einem Bleistiftrock noch nie jemanden krabbeln sehen. Ruckzuck war sie an der Stelle angekommen und nahm das silberne Etwas in die Hand. “Oh, merci, merci! Das ist mein Ohrring!”, jauchzte sie mir entgegen. Puh, ein Glück!

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Ich schaute auf die Uhr. Perfektes Timing. Noch 10 Minuten bis zum nächsten Vortrag. Wir krabbelten unter dem Tisch hervor und begaben uns auf den Weg dorthin. ”Was war das vorhin eigentlich mit dem Boden?”, erinnerte sie sich plötzlich. “Hab’ ich dir schon erzählt, wo ich arbeite?”, fragte ich zurück. Ist ja wohl klar, worüber wir uns bis zu Beginn des Vortrags unterhielten.

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bml